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	<title>Tierarzt Hietzing Dr. Susanne Lautner</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 18:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lautner</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuelle beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Autor: Clarissa von Reinhardt / Ausgabe: 2003-11 Über die Motivation des Hundes zum zuverlässigen Gehorsam: Die althergebrachten Methoden der „Meide-Motivation“ sind der Mensch-Hund-Beziehung nicht gerade förderlich. Zuverlässiger Gehorsam und eine gute Bindung sind durch positiv wirkende Methoden wie Futtermotivation, Spiel und Zuwendung effizient erzielbar. Ist das nun Bestechung des Hundes? Diese und andere Fragen beantwortet [...]]]></description>
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<td class="detail_body">Autor: Clarissa von Reinhardt / Ausgabe: 2003-11</td>
</tr>
<tr>
<td class="detail_body"><font size="2" face="Verdana"><em>Über  die Motivation des Hundes zum zuverlässigen Gehorsam: Die  althergebrachten Methoden der „Meide-Motivation“ sind der  Mensch-Hund-Beziehung nicht gerade förderlich. Zuverlässiger Gehorsam  und eine gute Bindung sind durch positiv wirkende Methoden wie  Futtermotivation, Spiel und Zuwendung effizient erzielbar. Ist das nun  Bestechung des Hundes? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen die  bekannte Hundetrainerein Clarissa v. Reinhardt.</em></font></td>
</tr>
<tr>
<td class="detail_body"><font size="2" face="Verdana"><strong><img src="http://www.wuff-online.com/pics/artikel/2003/11/28tipps01.jpg" align="left" border="1" hspace="7" vspace="7" />Frage einer Leserin</strong>:  Seit ein paar Wochen trainiere ich mit unserem jungen Mischlingsrüden  Snoopy. Ich arbeite mit ihm am Hindernisparcours and bringe ihm  verschiedene Kommandos des Grundgehorsams bei. Da er gute Fortschritte  macht, hatte ich immer den Eindruck, dass wir so langsam zu einem guten  Team zusammenwachsen. Nun sagt aber mein Nachbar (langjähriger  Hundebesitzer und Hobbytrainer im Hundesportverein), meine Arbeit mit  Snoopy sei nichts wert, da ich ihn ja mit Leckerchen bestechen würde. Im  Ernstfall würde Snoopy sowieso nicht gehorchen, weil ich dann kein  Würstchen parat hätte und er nicht über Strafreiz abgesichert wäre. Was  sagen Sie dazu?<br />
</font><font size="2" face="Verdana"><br />
Bei der  Arbeit mit Hunden kann man verschiedene Motivationsarten einsetzen.  Grundsätzlich wird zwischen der „Meidemotivation“ und positiven Ansätzen  zur Motivation unterschieden.</font><font size="2" face="Verdana"><strong>„Die Meidemotivation“<br />
</strong>Bei  der Meidemotivation lernt der Hund, die Reaktion seines Menschen bei  Nichtbefolgen des Kommandos zu vermeiden. Er führt seine an ihn  gestellte Aufgabe also aus, um einem Strafreiz zu entgehen. Ein  Beispiel: Der Hund soll „bei Fuß“ gehen, tut er dies nicht, bekommt er  einen scharfen Ruck mit der Leine, und das Kommando wird besonders  streng wiederholt „bei Fuß!!!“. Da sich der Hund sowohl vor dem  strengen, oft gebrüllten Ton als auch vor dem schmerzhaften Ruck in die  Halswirbelsäule fürchtet, versucht er alles, um es dem Menschen Recht zu  machen. Die Belohnung ist also das Ausbleiben der Strafe. Einige  Trainer glauben nun, dass Hunde nur so zuverlässig lernen könnten. Ich  möchte Ihnen von solchen rüden Dressurmethoden dringend abraten. Denn  zwei Punkte gibt es hier gründlich zu überdenken:<br />
1. Möchte ich mit meinem Freund auf vier Pfoten wirklich so arbeiten, dass er nur gehorcht, weil er Angst vor mir hat?!<br />
2.  Haben wir Menschen überhaupt das Recht, einem anderen Lebewesen  physische und psychische Schmerzen zuzufügen, um es unserem Willen zu  unterwerfen?!<br />
Es gibt verschiedene Untersuchungen und Theorien  darüber, dass häufig Menschen, die übermäßig streng mit Tieren arbeiten,  im tiefsten inneren Angst vor ihnen haben. Diese Angst erzeugt den  Wunsch nach vollkommener Kontrolle.</font><font size="2" face="Verdana"><strong>Zuverlässiger Gehorsam auch ohne Starkzwang und Strafreize<br />
</strong>Die  Behauptung, einen zuverlässigen Gehorsam könne man nur über den Einsatz  von Starkzwangmethoden und Strafreizen erreichen, ist schlichtweg  falsch und fachlich inkompetent. Was uns gleich zu einem weiteren  Problem bringt: viele Trainer wissen einfach nicht, wie sie es anders  machen könnten. Die Verhaltensforschung hat in den letzten Jahren  unglaublich viele neue Erkenntnisse hervorgebracht. Erziehungsansätze,  Fütterung, Haltungsbedingungen unserer Haushunde mussten auf Grund  dieser Erkenntnisse neu überdacht und verändert werden. Wer da nicht zum  Umdenken bereit ist und sich ständig fortbildet, hat kaum eine Chance,  den Anschluss zu halten.<br />
</font><font size="2" face="Verdana"><br />
<strong>Positivmotivation<img src="http://www.wuff-online.com/pics/artikel/2003/11/28tipps02.jpg" align="right" border="1" hspace="7" vspace="7" /></strong><br />
Kommen  wir nun zu der so genannten positiven Motivation. Bei ihr geht es  darum, dem Hund eine Art Vertrag anzubieten: „Wenn Du mit mir arbeitest  und meine Kommandos befolgst, springt für Dich auch was dabei raus.“ Es  wird über<br />
1. Futterbelohnung<br />
2. Spielmotivation<br />
3. positive Zuwendung wie Lob, Streicheln und gemeinsame Aktivitäten<br />
gearbeitet.  Die besten Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie alle Motivationsarten  variabel einsetzen. Das bedeutet: mal geben Sie ein Leckerchen, mal  spielen Sie mit Ihrem Hund, und manchmal loben und streicheln Sie ihn.<br />
Bei  der Futterbelohnung möchte ich noch auf die Bemerkung Ihres Nachbarn  eingehen, der Hund sei „bestechlich“. Ich mag dieses Wort überhaupt  nicht! Wenn ein Mensch den ganzen Monat über arbeiten geht und am Ende  des Monats ein Gehalt für diese Leistung bekommt, würde niemand auf die  Idee kommen, ihn für „bestechlich“ zu halten. Im Gegenteil – würde  dieser Mensch den ganzen Monat arbeiten und sich danach mit einem Lob  seines Chefs „Sie sind ein toller Mitarbeiter …!“ zufrieden geben, würde  man ihn für eine Idioten halten! Warum wird bei Hunden mit so  unterschiedlichem Maß gemessen? Steckt dahinter vielleicht die ewige  Sehnsucht des Menschen, ein Lebewesen zu finden, das ihn um seiner  selbst willen – und vor allem bedingungslos – liebt? Dann hätte das  Ganze sehr viel mit Humanpsychologie und nichts mit Tierpsychologie zu  tun …<br />
</font><font size="2" face="Verdana"><br />
<strong>Natürlichste Sache der Welt</strong><br />
Es  ist für ein Tier ein vollkommen natürliches Verhalten Handlungen zu  zeigen, um lebenswichtige Grundlagen wie zum Beispiel die  Nahrungsbeschaffung zu erfüllen. So gesehen ist die Futterbelohnung die  natürlichste Sache der Welt. Sie sollten allerdings darauf achten, dass  Sie den Hund nicht wahllos mit Leckerchen vollstopfen, sondern ihm  wirklich nur für gut erbrachte Leistungen etwas geben.<br />
Beim Einsatz  der Spielmotivation sollten Sie darauf achten, dass Sie den Anteil an  Beutespielen gering halten, um den Hund nicht übermäßig hoch zu powern.  Ein Vorschlag: Rufen Sie Snoopy mit freundlicher Stimme ins Herankommen  mit Vorsitzen, loben Sie ihn schon dann, wenn er auf Sie zukommt. Lassen  Sie ihn einen kleinen Moment absitzen, dann beenden Sie das Kommando  und zeigen ihm einen Laubhaufen, in dem Sie beide „Mäuschen suchen“  spielen. In diesem Laufhaufen haben Sie vorher ein paar Leckerchen  versteckt, die Snoopy nun mit Ihrer Hilfe findet. Hier sind alle  Motivationsarten miteinander verbunden und Snoopy wird zukünftig mit  großer Begeisterung Ihrem Ruf zum Herankommen mit Vorsitzen folgen. Ich  wünsche Ihnen beiden viel Spaß beim Trainieren!</font></td>
</tr>
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